Sonntag, 8. November 2009

Martinslauf 2009 - die Weckmänner

Einen Halbmarathon so quasi vor der Haustür laufen zu können ist immer angenehm. Der Halbe in Düsseldorf-Hassels scheint eine schöne Strecke durch den Düsseldorfer Wald zu haben. Also macht man da mal mit.

Nach dem Dauerregen vom Vortag war der strahlend blaue Himmel am Sonntag Morgen eine schöne Überraschung. Mein Vereinskollege und ich wollte heute die 1:39:xx anvisieren. Seine neue PB. Trotz der sehr guten Bedingungen, hatte ich heute nicht so wirklich Lust zu Laufen. Irgendwie schien ich müde gearbeitet zu sein und mir stand der Kopf nach Sofa, aber nicht nach Anstrengung.

Der Start war um 11.45 Uhr, für mich als "early bird" eher zu spät. Aber dafür waren die Temperaturen angenehm bei 9 Grad im schattigen Wald. Das übliche Frauen Starterfeld, u.a. Sonja Oberem, fehlte heute und unter den Starterinnen in den ersten Reihen, war keine Bekannte schnelle Läuferin dabei.
Nach den ersten 4 Kilometer überholten wir einige Frauen und mir schien es, als würde ich jetzt an der Spitze laufen. Bei KM 5 überholte mich eine schnelle Läuferin, an die ich mich lieber nicht heften wollte. Denn schon jetzt lief ich schneller, als geplant.
Als ich bei KM 7 den Hinweis bekam, dass ich die 2. Frau bin, war mir klar, dass das heute noch ein anstrengender Lauf wird.

Die Strecke ist wirklich schön und ich kann sie nur Jeden aus dem Umkreis kommend empfehlen. Es geht in Schleifen durch den Düsseldorf Stadwald und durch das Wechseln des Untergrundes von dickem Laubpfaden, asphaltierte Verkehrswege, Schotterwege und Lehmboden, hat man ein anspruchsvolles Terrain, aber gut laufbar.

Von KM 10 bis 16 mußte ich verdammt kämpfen. Mein Magen schien übersäuert und ich bekam fürchterliches Sodbrennen. Die Platzierung und das hohe Tempo was ich bis hierhin lief gefiel mir aber zu gut, um aufzugeben. Rückwärtszählen der Kilometer hilft ja bekanntlich. Meine Mitstreiter mußten etwas abreißen lassen und so lief ich die letzten 5 Kilometer alleine.

Überglücklich über die für meinen Trainingszustand sehr gute Zeit von 1:37:18 und immerhin mit einem 2. Platz Frauen Gesamt (1. AK 40) lief ich ins Ziel. Es tat gut, mal wieder vom Stadionsprecher als bekannte Läuferin angekündigt zu werden (Danke Burkhard Swara) und ein "Bad in der Menge" zu nehmen.
Mein Vereinskollege (S.F.) lief mit einer neuen PB von 1:38:40 kurze Zeit nach mir ins Ziel. Herzlichen Glückwunsch ! Für Jeden Finisher gab es im Ziel einen frisch-gebackenen Weckmann! Meinen hat mein Kollege bekommen .... Da hat sich die Schinderei heute echt gelohnt !

http://www.martinslauf.org

Freitag, 30. Oktober 2009

Neue beleuchtete Joggingstrecke in Düsseldorf

Am 29.10.2009 ist die sog. neue beleuchtete Joggingstrecke in Düsseldorf mit einem inoffiziellem Lauf eröffnet worden. Dazu hatte der Stadtsportbund und die Düsseldorfer FDP eingeladen.

Zitat: "Nach jahrelangem Streit hatten CDU und FDP das 170.000 Euro-Projekt letztes Jahr im Stadtrat durchgesetzt. Rund 150 Läufer waren gekommen, um die 19 LED-Laternen auf der linken Rheinseite dem Praxistest zu unterziehen. Die Reaktionen waren positiv. Mit Oberkasseler- und Rheinkniebrücke, sowie dem Altstadtufer, gibt es jetzt einen fast sechs Kilometer langen, komplett beleuchteten Laufweg. Die Grünen und der Bund der Steuerzahler hatten die Strecke als Geldverschwendung bezeichnet." aus antenne.duesseldorf.de

An der Veranstaltung, zu dem u.a. Sonja Oberem und Spieler der Fortuna Düsseldorf (A-Jugend !!) erschienen waren, nahm ich mit den Läuferinnen u. Läufern unseres Vereins-Lauftreffs teil. Wir wollten uns ein eigenes Bild von der Lichtanlage und der Strecke machen. Die Laternen, die auf einem geschotterten Weg durch eine parkähnliche Anlage entlang des Kaiser-Wilhelm-Rings installiert worden waren, spendeten ein ausreichendes Licht. Der Weg als solches kreuzte mit einem Radweg, was in meinen Augen eine erste Gefahrenquelle darstellt. Auch die kniehohen Betonmauersteine die den Weg in eine Art Zick-Zack-Kurs verwandelten, stellen für Läufer im Halbdunkeln eine Gefahrenquelle dar. Die neu beleuchtete Strecke ist ein Parallelweg an der bereits beleuchteten mit Fußweg gesäumten Straße und m.E. überflüssig. Die von uns gelaufene Strecke beinhaltet zwei Brückenquerungen, die für sich schon die Hälfte der Gesamtdistanz beanspruchen. Und bei dem Autoverkehr auf der Oberkasseler Brücke, sowie Rhein-Knie-Brücke macht das Laufen echt keinen Spaß. Die verkündete Distanz von fast 6km konnte ich nicht erzielen, obwohl ich schon einen Umweg über einen Fahrradweg nahm, anstatt eine kürzere Treppe. Vielleicht muß man die Strecke ja 2mal laufen? Denn nach knapp 23 Minuten in einem moderaten Tempo von 5 Min./km waren wir wieder am Ziel angekommen.

Nun ja... auch die Verkündung, dass Düsseldorf jetzt die einzige Stadt in Deutschland wäre, die über eine solche Strecke verfüge, entlockte mir ein Lächeln. Vielleicht schauen die Düsseldorfer nicht mal über den "Tellerrand" ?! Da gibt es doch in der Nachbarschaft eine beispielhafte beleuchtete Strecke, die schon seit mehreren Jahren existiert.

Von einem gemeinsamen Lauf konnte man nun wahrlich nicht sprechen. Denn es erweckte eher den Eindruck eines Wettkampfes. Jeder lief für sich - bis auf ein, zwei Ausnahmen.
Vielleicht wäre es schöner gewesen, in Gruppen zu laufen, um den Gedanken des gemeinsamen Lauferlebnis zu pflegen? Ich denke, Läufer aus den verschiedenen Vereinen hätten sich bestimmt bereit erklärt, hier als Zugläufer für eine Grupe zu fungieren. Bei 150 Teilnehmern hätte man doch locker 3-4 Gruppen machen können. Der Veranstalter des Metrogroup Marathon war ja netterweise mit einem Verpflegungsstand im Ziel- und Starbereich, da wäre es doch ein leichtes gewesen ein paar Zugläufer mitzubringen, oder?

Mir fallen noch ein paar Kritikpunkte ein, aber ich möchte mich ja als Läufer auch "freuen über so viel Engagement" in der Sportstadt Düsseldorf, die lt. FDF sich ja auch Läuferstadt nennen darf, bei den vielen guten Laufveranstaltungen, die es in der Landeshauptstadt gibt.

Sorry, aber trotz Dunkelheit und schlechten Witterungsverhältnissen, werde ich diese Strecke bestimmt selten nutzen.
Aller Anfang ist schwer liebe Funktionäre? ... nun ja gelaufen wird ja nicht erst seit gestern.

"Asche auf mein(e) (Landes-)Haupt(-stadt)"

siehe auch: http://www.rp-online.de/themen/Jogging-Strecke

Montag, 28. September 2009

Lichterlauf - alte Läuferheimat !

Für meinen Arbeitgeber startete ich beim 10km-Firmenlauf des diesjährigen Lichterlauf´s. Die Laufstrecke ist meine alte Haus-und-Hof-Strecke um die Regattabahn.

Die 10km Wettkampfdistanz mag ich nicht sonderlich, denn bedeutet sie für den ambitionierten Läufer bis an die sog. Ko*zgrenze zu rennen. Da ich sehr selten Tempotraining mache, ist eine solche Wettkampfstrecke für mich eine wahrliche Herausforderung. Meinen letzten 10km Wettkampf habe ich im Sommer 2006 gemacht. Jedoch sah ich meine Teilnahme im Rahmen des Firmenlaufes für meinen Arbeitgeber eher als angenehmes Tempodauerläufchen. Unser ernanntes Ziel war ein Platz unter den besten 5 Teams, doch hat kurz vorher unser Topmann mit einer PB von 33 Min. aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen. Umso weniger Druck lag auf mich und einem weiteren Kollegen, eine gute Zeit laufen zu müssen. Wenn´s für mich am Ende eine Zeit unter 45 Minuten gibt, dann wäre ich vollsten zufrieden.

Vor dem Start ging das Suchen nach einem stillen Örtchen los und die Schlangen davor waren mal wieder lang, so entschied ich mich, weniger damenhaft ein Gebüsch für das kurze Austreten aufzusuchen. Als ich wieder aus dem Gebüsch trat bemerkte ich, dass mir der Autoschlüssel aus der Hose gerutscht war und Panik stieg in mir auf. Wie blöd muß man eigentlich sein?! (schmunzel)
Mit einem gefühlten Puls von 200 fand ich schließlich nach minutenlangem Suchen in der einsetzenden Dämmerung im Knöchelhohen Laub den Schlüssel wieder. Es waren nur noch 5 Minuten bis zum Start!

Und dann ging´s auch schon schnell in die Startreihe zu meinem Kollegen und wir zählten ab 10 rückwärts. Peng! Los geht´s. Bloß nicht zu schnell loslaufen, dann bin ich gleich nach 3 Km platt.
An der ersten Kilometermarke stoppte ich meine Uhr bei 3:58. Viel zu schnell. Mir schwebte ne Km-Zeit von knapp unter 4:30 vor. Den nächsten Kilometer lief ich langsamer und ließ meinen Kollegen davonziehen. Das Feld lichtete sich ab hier, Frauen die bisher mit mir liefen fielen zurück und es überholten mich nur noch vereinzelt Männer. Das Feld war sehr übersichtlich nach Vorne und bei KM 4 hörte ich, wie Jemand zu der Dame vor mir rief, sie wäre die 3. Frau. Na super, dachte ich mir. Wenn ich da dran bleiben könnte, das wäre ein Versuch wert. Ohne jegliches Tempogefühl für eine solche Distanz zu haben lief ich weiter "meinen Stiefel" und auf der zweiten 5km-Runde schimpfte ich den inneren Schweinehund zum Stillschweigen.

Ab KM7 konnte ich auf meine Vorderfrau aufholen und wartete die kleine Steigung kurz nach KM9 ab, um mich an ihr vorbei zu schieben. Viel mehr könnte ich auch nicht mehr rausholen und es wird verdammt knapp werden. Als ich an ihr vorbeilief ließ sie sich nicht abschütteln. Oh je, dachte ich mir, als ich die Anfeuerungsrufe hörte "Conny zieh, Conny zieh!" das kann doch nicht wahr sein. Als ich auf die Zielgerade bog, noch knapp 300m bis zum Ziel, lief diese Conny immer noch in meinem Windschatten. Verdammt, verdammt, jetzt muß ich nochmal alles rausholen und sprintete die letzten Meter bis ins Ziel.
Überglücklich, aber mit dem leider zu erwartendem Ko*z**z taumelte ich hinter dem Ziel auf die Skulpturenwiese, als mir Jemand auf die Schulter klopfte. Es war besagte Conny und ein weiterer Läufer, die mir zu dem beherzten Sprint gratulierten. Danke Euch beiden! Ich war nicht mehr im Stande mich bei Euch zu bedanken.

Die Zeit von 43:15 ist nicht erwähnenswert. Doch für mich ist eine Belohnung - nach all den beschwerlichen Monaten in diesem Jahr, die ich immer wieder durch die chronische Krankheit erfahren muß.

Es war eine sehr schöne Laufveranstaltung. Die spätsommerlichen Temperaturen, die Stimmung bei den Läufern und die Kulisse waren einmalig. Das Team Essen ´99 hat eine schöne Lichtermeile aus bunten Lampignons, Zeltbogen mit Musik bei KM 4/8 aufgebaut. Die Läufermesse hatte einiges zu bieten und auch organisatorisch hatte der Veranstalter alles im Griff.

Schön war auch das Wiedersehen mit Mag, Tobi, Sabrina, Holger, Karsten, Sven, uvam.

Lieben Gruß an Andreas Menz an dieser Stelle, tolle Moderation!